STV Nebikon entführt ins digitale Abenteuer

Die Turnshow des STV Nebikon unter dem Motto «Hardcore im Appstore» schickte während drei Aufführungen ein Vater-Tochter-Duo in eine digitale Welt voller Games, Apps und unerwarteter Herausforderungen.

In Scharen strömten die Besucherinnen und Besucher am Wochenende in die Nebiker Mehrzweckhalle. 1’504 waren es insgesamt, welche die Turnerinnen und Turner die Aufwartung machten. «Hardcore im Appstore» ist angesagt. Gemeinsam mit rund 160 Protagonistinnen und Protagonisten auf der Bühne tauchen die Gäste während 13 Darbietungen von der realen in die digitale Welt ein.

Gefangen im App-Store

Svenja verbringt viel Zeit vor dem Bildschirm. Ob Spiele oder TikTok-Videos, Svenja holt sich den Adrenalinkick lieber digital als draussen. Wenig begeistert von diesem Verhalten fordern Svenjas Mami und Papi Pius die Teenagerin immer wieder auf, das Tablet wegzulegen. Und dann passiert es: Im Streit um das Tablet, werden Svenja und ihr Papi ins Gerät gesogen und landen im Spiel «Jump & Run».

Die Jugend Geräteriege hüpft, springt, rennt und erreicht schlussendlich sogar den Levelaufstieg. Doch aus dem lustigen Spiel wird bitterer Ernst, als Svenja und ihr Papi feststellen, dass sie im Appstore ihres Tablets gefangen sind. Auf der Suche nach einem Ausweg eilen die beiden von App zu App. Im Klassiker «Tetris» (MuKi/ KiTu), den Pius noch aus seiner Kindheit kennt, kann Svenja aufgrund der schlechten Grafik wenig Begeisterung aufbringen. Die Subway-Surfer der Jugi 2 treffen eher Svenjas Gusto. Grafitisprayend rennen sie über die Bahngleise, verfolgt von tadelnden Polizistinnen. Doch auch Svenja, die vorerst von dem Abenteuer begeistert war, überkommt plötzlich die Angst. Was, wenn sie es nicht mehr in die Realität finden?

Siri lässt grüssen

Auf dem Weg durch den Appstore erreichen Svenja und ihr Papi «Uber Eats», wo schnelle Leichtathletikerinnen und Leichtathletiker Pizzas auslieferten. Dort hoffen sie, eine SOS-Nachricht an die Aussenwelt zu schreiben. Stattdessen landen Svenja und Pius im Gefängnis von «Mario Kart». Nur dank der tatkräftigen Hilfe der Jugi 1 können sie fliehen. Zurück im Appstore entdeckt Svenja die Sprachassistentin «Hey Siri», die jedoch keine grosse Hilfe ist und die Eingesperrten immer falsch versteht. Doch vielleicht wissen die Frauenriege mit «Google Maps» den Weg aus dem Appstore? Leider Fehlanzeige.

Zwischen Tanz und Dauerbewegung

Langsam macht sich Panik breit: Trotz den anfänglichen Freuden überwiegt nun die Angst, für immer im Tablet gefangen zu bleiben. So entscheiden sich Svenja und ihr Papi, zur Beruhigung den Film «Mamma Mia» auf «Netflix» zu schauen. Zur mitreissenden Musik von ABBA zeigten die Bodenturnerinnen und -turner eine dynamische Choreografie und verbanden akrobatische Präzision mit rhythmischen Tanzelementen. Es folgt ein Systemupdate. Zwanzig Minuten brauchts für den Neustart. Zeit, die das Publikum nutzt, um sich an der Bar oder in der Halle verköstigen zu lassen. Noch immer befinden sich Svenja und ihr Papi gefangen im Tablet und straucheln ins nächste App: Instagram. Vielleicht lässt sich unter einem Beitrag vom STV Nebikon ein Kommentar an ihr Mami schreiben? Die Akrobatikgruppe begeistert mit spektakulären Darbietungen an den Aerial-Hoops, Aerial-Straps und den Schaukelringen sowie mit eindrücklicher Partnerakrobatik. Kaum zurück im Appstore, folgt das nächste Hindernis: Werbung. Und die lässt sich nicht überspringen. Ob Thermomix, TV-Sendungen oder Turnshows anderer Vereine – erst nach einer Flut von Spots gelangen die beiden zu «Spotify», wo dank Abo endlich Ruhe herrscht. Die Gymnastik-Riege überzeugt mit viel Rhythmus und tänzerischer Leichtigkeit. Doch die Werbepause ist nur von kurzer Dauer. Für eine fünfminütige Anzeige lässt sich das Duo auf einen Deal ein. Und prompt erscheint eine Werbung für das Dating-App «Tinder»: Für die besten Fotos setzt sich die Männerriege in Szene. Nach dieser Werbung flüchtet sich Svenja ins Social Media-App «TikTok». Dabei scrollt sie durch viele wechselnde Lieder mit verschiedenen Tänzen der Jugi 3. Eine Reizüberflutung für Papi Pius, normaler Alltag für Svenja.

Zurück in die Realität

Um sich zu beruhigen, werfen die beiden einen Blick in die Fotogalerie. Dort entdeckt Svenja ein Bild ihres Vaters in der Barrenriege. Die Turnerinnen und Turner beeindrucken mit einem anspruchsvollem Programm. Svenjas Interesse ist geweckt, am liebsten würde sie sofort selbst loslegen. Doch ihr Papi empfiehlt ihr, mit etwas leichterem anzufangen. Zum Beispiel mit dem Tanzspiel «Just Dance». Die Aerobic-Riege tanzt sich durch bekannte Lieder aus den Charts und begeisterte mit schwungvollen Choreografien und Taktgefühl und ausdrucksstarken Bewegungen. Schliesslich taucht ein roter Buzzer auf. Anklicken? Anklicken! Die beiden Hauptfiguren finden den Weg zurück in die reale Welt. Was diese zu bieten hat, führten die Turnerinnen und Turner an diesem Abend eindrücklich vor Augen. Deren rund 2 ½-stündige kreative und abwechslungsreiche Show wurde mit grossem Applaus belohnt.

Bericht: Willisauer Bote